Die Geschichte der Kühe

"Und siehe, aus dem Strome stiegen sieben Kühe herauf, fett an Fleisch und schön von Gestalt, und sie weideten im Riedgrase. Und siehe, sieben andere Kühe stiegen nach ihnen herauf, dürr und sehr hässlich von Gestalt und mager an Fleisch; ich habe wie diese an Hässlichkeit keine gesehen im ganzen Lande Ägypten. Und die mageren und hässlichen Kühe fraßen die sieben ersten fetten Kühe..." (1. Buch Mose, Kapitel 41)

Kuh-Bild

Schon in der Bibel spielten Rinder eine wichtige Rolle. An vielen Stellen kommen Ochsen oder Kühe vor. Diese sind schon immer hoch geschätzte Tiere für den Menschen gewesen, die bei der mühseligen Arbeit, wie dem Pflügen, Dreschen und Ziehen von schweren Lasten halfen oder die kostbare Milch lieferten, aber auch Fleisch und Felle.

Die ältesten Nachweise über die Vorfahren unserer heutigen Hausrinder reichen bis in das 8. Jahrhundert v. Chr. zurück. Der Ursprung der Wildrinder liegt in Asien und Afrika, wo auch heute noch die meisten wildlebenden Tiere existieren. Viele Rinder zu besitzen, bedeutete Reichtum und Wohlstand. Man konnte sich viele Dinge, zum Beispiel ein Stück Land, für ein Rind kaufen. Mit dem Begriff "Kuhhandel" bezeichnet man heute übrigens meist ein unehrliches Tauschgeschäft, denn auch schon damals ging nicht alles mit rechten Dingen zu.

Durch verschiedene Züchtungen gibt es bis heute etwa 500 Rinderrassen weltweit. Davon haben die Meisten jedoch nur eine lokale bzw. regionale Bedeutung oder nahe verwandte Rassen in benachbarten Regionen haben unterschiedliche Namen oder deutlich verschiedene Rassen in verschiedenen Ländern werden wiederum gleich benannt. Die Unterscheidungen liegen hauptsächlich in der Leistung der Milchbildung, beim Fleischansatz, beim Einsatz als Zug-, Trag-, Reit- oder Kampftier und bei den zum Teil robusten Haltungsformen. Bei der Einteilung der Rassen spielte bzw. spielt die geographische Herkunft und Hautfarbe der Tiere eine wesentliche Rolle.

Die Schwarzbunte, um die es sich auf diesen Seiten hauptsächlich handelt, gehört zu den Zweinutzungsrassen, sprich sie dient sowohl der Milch- als auch der Fleischerzeugung. Des weiteren gibt es spezielle Milch-, Fleisch-, Arbeits- und Attraktivitätsrassen. In Mitteleuropa kommen jedoch Rassen, die vorwiegend zur Arbeit herangezogen wurden, heutzutage nicht mehr vor, denn durch die zunehmende Technisierung in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden diese umgezüchtet oder starben aus.

Anders war es jedoch im Mittelalter: dort diente die Rinderhaltung nur der Bereitstellung von Zugkraft und Dung für die Felderwirtschaft. Die männlichen Rinder (Bullen) wurden zum "Mistvieh" gezählt, deren Haltung man als zur Deckung der Kühe notwendiges übel ansah.

Ab 1900 wurden dann die verschiedensten Rassen miteinander gekreuzt, so dass diese entweder eine höhere Fleisch- oder Milchleistung besaßen. Eine heutige Milchkuh gibt etwa das 2,8-fache an Milch wie eine Kuh zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Nun kann man sich ausrechnen wie viel Milch damals eine Kuh gegeben hat, wenn heutige Spitzenkühe der Rasse Schwarzbunte Holsteins bis zu 19.700 kg Milch pro Jahr geben... Beim Braunvieh liegt die durchschnittliche Milchleistung bei 6.860 kg, bei den Pinzgauern bei 5.438 kg und beim Grauvieh bei 4.815 kg.

Aus der Kuhmilch werden unter anderem Milchfrischprodukte (Sahneprodukte, Sauermilchprodukte, Frischkäse sowie Dessert- und Eisprodukte), Butter und Käse hergestellt. Aus der Rinderhaut, dem Leder, macht man Dinge, wie Taschen, Schuhe, Kleidung oder Möbelbezüge. Aus dem Horn können Kämme oder Dünger (Hornspäne) gefertigt werden, das Fett dient der Seifenherstellung, aus den Knochen wird Gelatine gemacht und so weiter und so fort. Es gibt heutzutage kaum etwas von dem Rind was nicht genutzt bzw. verwertet wird.


Zum Seitenanfang


Kuh-Tipp
Du hast ein wenig Zeit? Dann schnell ein Kuh-Puzzle lösen...