Rinderkrankheiten

Was ist BSE? Allgemeine Informationen...

BSE ist die Abkürzung der englischen Bezeichnung "Bovine spongiforme Enzephalopathie". Diese Bezeichnung steht für eine Erkrankung (Prionenkrankheit) bei Rindern mit einer extremen Veränderungen des Gehirns - einer schwammförmigen (im engl.: spongiform) Veränderung des Gehirns. Im deutschen wird die Krankheit auch "Rinderwahnsinn" genannt, in England sagt man häufig auch "Mad Cow Disease" dazu. Erkrankte Tiere magern schnell ab, sie werden ängstlich und aggressiv und verlieren allmählich die Kontrolle über ihre Muskeln. Es folgen Muskelzittern und unkontrollierter Speichelfluss. Rasch setzt Taumeln ein - gefolgt vom Einknicken der Vorderläufe bis hin zur totalen Koordinationslosigkeit des Tieres. Das Tier stirbt in kurzer Zeit. Die Krankheit wurde erstmals 1986 in Großbritannien beschrieben - wo es auch bis heute die meisten bekannten BSE-Fälle gibt; dort sind es bislang etwa 184000 Tiere (Stand Mitte 2006).

Insgesamt wurden mit Stand 28. Februar 2009 in Deutschland 411 BSE-Fälle festgestellt; das erste kranke Tier wurde am 26. November 2000 in dem kleinen beschaulichen Dorf Hörsten in Schleswig-Holstein eher durch Zufall entdeckt. Die vierjährige namenlose rotbunte Kuh hatte nie Auffälligkeiten gezeigt und wurde auf freiwilliger Basis des Landwirtes Untersucht. In Österreich wurde Anfang Juni 2006 der fünfte BSE-Fall bestätigt. Das erste Tier erkrankte dort im November 2001, weitere zwei im Juni und Oktober 2005, sowie eins im Mai 2006. Auf die Krankheit werden alle Schlachttiere ab einem Alter von 30 Monaten getestet.

Auch andere Tiere (z.B. Ziegen, Maultiere, Elche, Hirsche, Ratten, Hauskatzen, Meerschweinchen und Hamster) sind von der Krankheit betroffen. Meist wird sie dann anderes benannt. Scrapie oder im deutschen Traberkrankheit heißt die Gehirn- und Rückenmarkserkrankung bei Schafen, die bereits seit 1732 bekannt ist.
BSE ist über die Nahrungskette auch auf den Menschen übertragbar. Es handelt sich um eine unheilbare und in jedem Fall tödlich verlaufende neurologische Erkrankung und ist eine neue Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit. Besonders sind jüngere Menschen betroffen. Das Krankheitsbild weicht von dem Krankheitsbild der klassischen Creutzfeldt-Jakob-Krankheit ab und verläuft oft erheblich langsamer. Weltweit sind bisher über 150 Menschen an dieser Krankheit gestorben, die erst durch eine postmortale Untersuchung des Gehirns sicher festgestellt werden kann. Durch haushaltsübliche Garverfahren oder Einfrieren des Fleisches töten die BSE-Erreger übrigens nicht ab.

Weitere Zahlen über erkrankte Tiere finden Sie bei der Weltorganisation für Tiergesundheit (in englischer Sprache, weltweit) oder für Deutschland beim Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV).



Was ist die Blauzungenkrankheit? Allgemeine Informationen...

Die Blauzungenkrankheit ist eine nicht ansteckende Infektionskrankheit von Schafen, aber auch Kühen und anderen Wiederkäuern. Sie wird auch häufig als Bluetongue, Maulkrankheit oder engl. 'Catarrhal fever of sheep' genannt.
Die Krankheit, welche erstmals in Südafrika aufgetreten ist, wird hauptsächlich durch Mücken übertragen, aber auch über das mehrmalige Verwenden von Kanülen bei Behandlungen oder Blutentnahmen. Die Zahl der infizierten Tiere ist in den letzten Jahren immer mehr gestiegen, da mittlerweile auch Tiere in arabischen, asiatischen, europäischen und nordamerikanischen Ländern infiziert wurden. Die Sterblichkeit der erkrankten Tiere ist je nach Tierart und Region unterschiedlich hoch. Insgesamt liegt sie zwischen 2 und 80%. Der Erreger der Blauzungenkrankheit ist für den Menschen nicht gefährlich. Fleisch und Milchprodukte können ohne Bedenken verzehrt werden.
2007 gab es in Deutschland insgesamt 20810 Neuausbrüche der Blauzungenkrankheit; davon waren rund 22000 Rinder und etwa 19000 Schafe bzw. Ziegen betroffen.



Was ist die Maul- und Klauenseuche (MKS)? Allgemeine Informationen...

Die Maul- und Klauenseuche (MKS) ist eine hoch ansteckende, fieberhafte Viruserkrankung bei Klauentiere und eine anzeigepflichtige Tierseuche. Bei Milchkühen ist ein schlagartiger Rückgang der Milchleistung bis hin zum völligen Versiegen der Milch zu beobachten. Noch in der Fieberphase beginnt eine starke Produktion zähflüssigen Speichels bei gleichzeitiger Rötung der Maulschleimhaut. Die MKS gehört wegen ihrer potentiell katastrophalen Auswirkungen auch heute noch zu den wirtschaftlich bedeutsamsten Seuchen bei landwirtschaftlichen Nutztieren, weil zu ihrer Bekämpfung drastische Beschränkungen im Handel mit Tieren und tierischen Produkten erforderlich sind. Sie ist nahezu weltweit verbreitet, sehr häufig in Afrika, Asien und weiten Teilen Südamerikas. Lediglich in Neuseeland wurden bislang keine MKS-Ausbrüche registriert, in Australien war der letzte Ausbruch 1872. Auch die Vereinigten Staaten (letztes Vorkommen 1929), Kanada (1952), Mexiko (1954) und Chile (1988) gelten als MKS frei. In Europa blieben lediglich die skandinavischen Länder Norwegen (1952), Finnland (1959) und Schweden (1966) von Ausbrüchen in den letzten Jahrzehnten verschont. Zwar ist zur Zeit Deutschland amtlich anerkannt frei von MKS, aber es kommt immer wieder zur Einschleppung. Die vielfältigen Übertragungswege und die schnelle Ausbreitungsgeschwindigkeit der MKS stellt für Europa eine ständige Bedrohung dar. Der letzte Fall in Deutschland trat 1988 auf.
Für große Aufregung hatten Verdachtsfälle der Maul- und Klauenseuche in Deutschland zuletzt 2001 gesorgt. Hunderte Tiere wurden getötet, mehrfach trat ein nationaler Krisenstab zusammen. Allerdings bestätigte sich keiner der Fälle.



Was ist Mastitis? Allgemeine Informationen...

Als Mastitis wird eine durch Bakterien verursachte Entzündung der Milchdrüse bezeichnet - auch Euterentzündung genannt. Die Krankheit tritt bei abwehrgeschwächten Kühen auf. Der jährliche wirtschaftliche Schaden in Deutschland durch Mastitiden wird auf 255 Millionen Euro geschätzt.


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